Nakisuyi Sumaya

 

 

Sumaya ist jetzt dreizehn und war das erste Mädchen, das ich unterstützt habe. Sie kam im Dezember 2014 immer zur Tischlerei und schaute interessiert bei allem zu. Als ich sie fragte, warum sie nicht in der Schule sei, erzählte sie mir – mit Robert als Dolmetscher, weil sie damals nur sehr wenig englisch sprach – dass ihre Mutter kein Geld dafür hat. Ihr Mann hat sie mit zwei Kindern alleine gelassen und ist verschwunden. Aber Sumaya wollte unbedingt zur Schule. So habe ich Anfang 2015 die Schulgebühren für sie bezahlt, damit sie wieder in ihre alte Schule gehen konnte. Wie sich später herausstellte, war das ein Fehler. Das Niveau der Schulen in Uganda ist sehr unterschiedlich und da es nach Abschluss eines Jahres keine offiziellen Prüfungen gibt, passiert es immer wieder, dass Schüler aus schwächeren Schulen die erste staatliche Abschlussprüfung nach der 7. Klasse (P7) nicht bestehen. Ich habe das mit meinen Kollegen besprochen und wir haben für Sumaya eine andere Schule gefunden. Bei den Einstufungstest dort hat sich dann auch ergeben, dass sie trotz „erfolgreichem“Abschluss der dritten Klasse noch einmal mit der zweiten Klasse beginnen musste. Der Direktor hat aber dann entschieden, dass sie nur die dritte Klasse wiederholen sollte, um sie nicht zu sehr zu motivieren. Sie bekommt deswegen extra Förderunterricht. So geht Sumaya nun seit Januar 2016 auf die St. Bernadette Primary School, eine katholische Schule mit sehr gutem Ruf, macht zwar langsame, aber stetige Fortschritte und wechselte im Januar in P5.